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Paris: Es war Liebe auf den dritten Blick

Einer meiner Lieblingsfilme aus der Kindheit ist der russische Film „Fenster nach Paris“. Der Film handelt von mehreren Protagonisten, die herausfinden, dass sie durch ein Fenster in einer St. Petersburger Wohnung direkt nach Paris gelangen können, indem sie einfach durchklettern. Wie sehr ich mir damals auch so ein Fenster gewünscht habe. Daher stand es für mich diesmal fest, mein eigenes Fenster nach Paris zu finden. Und eins kann ich schon verraten: Ich wurde fündig. Sogar drei Mal.

Mit dem Zug nach Paris

 

Aussicht aus dem Fenster im Hotel des Grands Boulevards in Paris

Meine Liaison mit Paris war mit Sicherheit keine Liebe auf den ersten Blick und nein, noch nicht einmal auf den zweiten. Vor vielen Jahren waren meine Reisen in die Stadt der Liebe alles andere als romantisch. Verstörend würde es schon eher beschreiben. Gut, damals war es Winter und rückblickend stellte sich der Plan Silvester in Paris (am Eiffelturm!) zu feiern als Schnapsidee heraus. Auf jeden Fall war ich nach meiner zweiten Reise nach Paris dermaßen traumatisiert, dass es fast ein Jahrzehnt gebraucht hat bis ich der Stadt wieder einen erneuten Besuch abstatten wollte. Schon vor Jahren stand für mich fest: Wenn ich irgendwann wieder nach Paris gehen sollte, dann im Frühling oder im Sommer. Denn diesmal sollte es anders werden. Ich wollte Paris verstehen, die Begeisterung und Freude von Millionen anderen Menschen teilen, die aus dem Schwärmen über Paris gar nicht mehr rauskommen. Kein Hetzen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, keine Eile, sondern die Klischees beobachten und verstehen, warum ich sie plötzlich auch so wundervoll finde. Ich wollte Paris weitestgehend zu Fuß erkunden, sich in der Stadt und ihren schier unendlichen Geschichten verlieren und noch mehr: selbst für ein paar Momente Teil ihrer Geschichte zu werden, ein kleines Mosaik von Tausenden, die täglich neu hinzukommen. Fast wie ein Fenster nach Paris fühlt sich auch schon die ICE oder TGV Fahrt an, in der man von Karlsruhe innerhalb von 2h30 in der weltberühmten Stadt ankommt. Ausgestattet mit einem guten Roman und einem leckeren Tee, verging die Zeit wie im Flug. Angekommen am
Gare de l’Est  ging es mit dem Bus weiter. Nach einer kurzen Fahrt kamen wir auch schon an den Grands Boulevards an. Unsere erste Adresse war das wunderschöne Boutique Hotel des Grands Boulevards, direkt zwischen dem berühmten Art Déco Kino Le Grand Rex und zahlreichen hippen Restaurants gelegen. In der Nähe befindet sich auch eines der ältesten Cafés von Paris, das Café de La Paix.

Romantisch & modern: Das Hotel des Grands Boulevards

 

Zimmer Hotel des Grands Boulevards Paris

Meiner Meinung nach darf bei einer gelungenen Paris Reise auf keinen Fall die passende Pariser Unterkunft fehlen. Immerhin gehört eine bestimmte Sache zu Paris wohl genauso wie die Luft zum Atmen: die Fähigkeit, den Moment zu genießen. Und das kann man sehr gut im Grands Boulevards Hotel. Das Grands Boulevards Hotel ist genauso wie ich mir einen perfekten Aufenthalt in Paris vorstelle. Als zweites Hotel in Paris, das von der Experimental Group eröffnet worden ist (weitere Hotels befinden sich u.a. in London und Venedig), liegt es zentral und dennoch versteckt. Eine kleine romantische Oase mitten in Paris, die jedes Interieur Herz sofort höherschlagen lässt. Denn gestaltet wurde es von keiner anderen als von der berühmten Design Agentur Dorothée Melichzon, die auch schon ganz viele Hotels und Clubs in Paris, London und New York designet hat. Interessant ist auch die Geschichte hinter dem Hotel: Gebaut wurde es kurz nach der französischen Revolution und war ursprünglich mal ein Kino. Heute hat man es als Gast nicht mehr weit zum Rex Kino und darf sich über einen kleinen malerischen Garten und eine herrliche Rooftop Terrasse freuen. Auf dem Zimmer angekommen, haben wir uns erst einmal einen Kaffee gegönnt und den Blick aus dem romantischen Fenster genossen. Mein zweites Fenster nach Paris. Wie im gesamten Hotel trifft auch in den Zimmern Romantik auf Moderne. Wir durften das großzügig geschnittene Zimmer No. 215 beziehen und waren begeistert, wie viel Platz wir hatten, was in Hotels in einer Metropole wie Paris bei weitem nicht selbstverständlich ist. Danach ging es für uns schon wieder raus. In einer halben Stunde zu Fuß erreichten wir auch schon Montmartre und die Basilika Sacré Coeur. In nur 20 Minuten Gehminuten vom Hotel entfernt, befinden sich die Galeries Lafayettes und die wichtigsten Metro Linien sind quasi direkt vor dem Hotel. Wer keine Lust auf Metro fahren hat, kann sich übrigens einen der unzähligen E-Roller leihen, die überall in der Stadt verteilt sind. Die Elektroroller sind gerade auf dem Vormarsch in Paris und machen als Fortbewegungsmittel dem Fahrrad aktuell große Konkurrenz. Abends schlenderten wir durch das 9. und 10. Arrondissement und waren erstaunt über die riesige Vielfalt an Restaurants und Cafés. Ein cooles Restaurant reiht sich hier an das andere. Von ausgefallenen Burgern, klassischer französischer Küche über koreanische Spezialitäten wird man hier fündig. Wir haben das Baoli Bao ausprobiert und waren von der außergewöhnlichen Karte sehr überrascht. In dieser Gegend treffen sich viele junge Leute, Studenten und nur wenige Touristen.

 

Wintergarten, Bar und Frühstücksraum im Hotel des Grands Boulevards

Auf den Spuren von Coco Chanel und Salvador Dalí  

Schon lange habe ich davon geträumt irgendwann mal morgens mit Eiffelturmblick aufzuwachen und ich hätte nie gedacht, wie schnell so ein Traum Wirklichkeit werden kann. Erfüllt wurde mein Wunsch im Hotel Duquesne. Wir hatten unglaubliches Glück das Zimmer No. 56 mit Balkon beziehen zu dürfen. Das Zimmer an sich ist zwar sehr klein aber oho, denn man genießt hier sowohl vom Balkon als auch direkt aus dem Bett den Blick auf den Eiffelturm und was soll ich sagen? Die Gefühle dabei sind einfach unbeschreiblich. Am liebsten hätte ich den ganzen Tag im Bett verbracht, um diese unbeschreiblich schöne Aussicht aus meinem dritten Fenster nach Paris zu genießen. Doch dafür ist Paris dann doch zu aufregend. Stattdessen ging es in das wohl schönste Bahnhofsrestaurant der Welt: ins „Le Train bleu“ am Gare de Lyon, das anlässlich der Weltausstellung 1900 in Paris im Auftrag der Eisenbahngesellschaft Compagnie Paris-Lyon-Méditerranée gebaut worden ist.

 

Restaurant „Le Train Bleu“ am Gare de Lyon

Ursprünglich hieß das Restaurant Buffet de la Gare de Lyon und wurde 1963 als Hommage an den früheren französischen Luxuszug Train Bleu der CIWL, in Le Train Bleu umbenannt. Berühmte Stammgäste im Restaurant waren im Verlauf der Jahrzehnte unter anderem Coco Chanel, Brigitte Bardot, Jean Gabin, Colette, Jean Cocteau und Salvador Dali. Auch heute erfreut sich das Restaurant nach wie vor großer Beliebtheit (unbedingt im Voraus reservieren!). Hier zu essen ist wirklich ein unvergessliches Erlebnis. Es ist das unvergleichbare Gefühl mitten in einem historischen Kunstwerk zu speisen. In diesem Fall stiehlt jedoch das Kunstwerk dem Essen die Show. Besonders schön und einzigartig fanden wir die Gesangseinlage vom sympathischen Concierge. Gänsehaut pur! Nach dem Essen haben wir ihn gefragt, wo er so wundervoll singen gelernt hat und es stellte sich heraus, dass er Student am Pariser Konservatorium ist. Nach unserem Lunch ging es weiter in das Musée D’Orsay.

So ist Paris – Oder etwa nicht?

Wusstest du, dass jeden ersten Sonntag im Monat der Eintritt in die Museen in Paris kostenlos ist? Sehr langes Anstehen selbstverständlich inklusive. Aber das machte uns nicht viel aus, denn wir hatten es nicht eilig. Wir wollten Paris genießen, ganz entspannt und ohne Hektik. Sich danach vor die Bilder stellen und die Zeit einfach vergessen. So gefällt mir Paris. Zwischen den Ausflügen sich mal in ein Bistro zu setzen und auf das bunte Treiben der Straße zu blicken, auf die Menschen, die es eilig haben oder auch weniger eilig, auf die unzähligen Geschichten hinter jeder Person, die man wahrscheinlich nicht einmal erahnen kann. Das ist für mich Paris.

Am nächsten Tag ging es in gleicher entspannter Stimmung zum Eiffelturm. Überraschenderweise haben wir so viele Parks und Gärten rund um den Eiffelturm entdeckt, die praktisch völlig „tourifrei“ waren. Niemals hätte ich gedacht, dass so ein ruhiger Spaziergang fast direkt am Eiffelturm möglich wäre. Je mehr man sich jedoch dem Eiffelturm näherte, desto hektischer wurde es selbstverständlich. Wir beschlossen nicht auf den Eiffelturm zu gehen, sondern stattdessen ein kleines Picknick im Park zu machen und die vielen wunderschönen Kirschblüten vor dem Eiffelturm zu fotografieren.

Das ist das Schöne an Paris: Selbst entscheiden in welchem Tempo man die Stadt erkunden möchte. Denn geboten wird fast alles für jeden Geschmack. Aber auch das ist lediglich bloß eine Facette von Paris. Denn Paris, das sind eben nicht nur die Sehenswürdigkeiten, die schicken Restaurants, all die feinen Adressen, Fashion Weeks und Touristen. Das sind auch die vielen älteren Menschen, die zwar nicht wie Obdachlose aussehen und dennoch den Müll mit müdem Blick und fahler Haut nach Lebensmitteln durchwühlen. Das sind auch die Verlorenen, die sich versuchen Stück für Stück in dieser Stadt aufzusammeln. Es sind auch die vielen Angestellten, die auf kleinstem Wohnraum zurechtkommen müssen, wenn sie denn überhaupt welchen finden. Paris ist ein rauschendes Fest, bei dem man nie weiß, was als nächstes passieren kann. Ein Fest zu dem zwar alle eingeladen sind und doch nicht alle gleich behandelt werden. Trotzdem kommen die Menschen und wollen in der Regel bleiben. Nun weiß ich was mich früher an Paris so gestört hat, es war nicht die Stadt selbst, sondern wie einseitig sie von Besuchern beschrieben wird. Dabei erzählen sie nur von einer Seite aus einem unendlichen Roman, der noch lange nicht fertig geschrieben ist. Für mich ist Paris ein Kunstwerk, nicht immer schön anzusehen, für immer unvollendet und doch ein unvergleichliches Meisterwerk.

 

Frühstück im Wintergarten von Hotel des Grands Boulevards

 

Rooftop Bar & Terrasse im Hotel des Grands Boulevards

 

„Un café s’il vous plaît.“

 

Frühstück im Hotel des Grands Boulevards