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Auf den Spuren der Dromedare zum Glück – Surfing und Yoga in Marokko

27. Mai 2018

Paradis Plage

Neulich war ich das erste Mal beim Bühnenprogramm von Eckhardt von Hirschhausen und da hatte Dr. Hirschhausen etwas gesagt, was mich nicht mehr losgelassen hat. Es ging um das Gefühl von Zeit. Die ersten fünfzehn Jahre unseres Lebens erscheinen uns unglaublich lang und erfüllt, während die nächsten Jahre danach wie im Flug vergehen. So kommt es uns zumindest vor. Dass Zeit relativ ist, ist den meisten wohl bekannt aber Hirschhausens Erklärung für dieses hilflose Gefühl der Auslieferung an die Zeit, hat mich zum Nachdenken gebracht. Wir machen in den ersten 15 vielleicht sogar 20 Jahren unseres Lebens so viele neue Dinge zum allerersten Mal, dass wir diese Jahre als besonders intensiv empfinden aber irgendwann werden die meisten Dinge zur Routine. Man macht mehr oder weniger jeden Tag dasselbe. Und dann geschieht es: Das Leben wird zur Routine. Was können wir also tun, damit wir die Zeit wieder intensiver erleben können? Wir können Zeit nicht ent-oder beschleunigen aber wir können sie nutzen und darin liegt das Geheimnis. Ganz gleich in welchem Alter, ganz gleich in welcher Lebenslage: auf diese Weise können wir jeden Tag neu gestalten und so unserem Leben neue Erlebnisse und Erkenntnisse schenken. Dieser Gedanke war auch mein Ansporn, die Möglichkeit für ein paar Tage nach Marokko zu reisen, wahrzunehmen. Zunächst war ich etwas verunsichert, weil ich ganz alleine nach Marokko gehen würde. Meine Komfortzone fühlte sich natürlich massiv angegriffen: “Was? Ganz alleine? In ein Land, in dem du noch nie gewesen bist? Du bist verrückt!”
Aber als meine Entscheidung gefallen war, fühlte ich nur noch Erleichterung und fröhliche Aufregung. Es tat gut sich nicht von inneren Ängsten und Unsicherheiten gefangen zu halten und einfach das zu tun, was mein Herz für richtig hält. Denn es hat meistens recht. Also ging es für mich mit Koffer und Stativ zunächst nach Agadir. Schon längst hat sich die Gegend, rund um das nördlich von Agadir gelegene Fischerdorf Taghazout, als Surf Mekka Marokkos herumgesprochen. Meine Anreise verlief recht unproblematisch und nach ein paar wenigen Stunden befand ich mich sprichwörtlich im Paradies. Die Landschaft zwischen Agadir und Imi Ouddar erinnerte mich sehr an Spanien und Portugal. Sofort sind mir die vielen Surfer an der Küste aufgefallen. Und Surfer scheinen auf der ganzen Welt aus dem gleichen Holz geschnitzt zu sein: Sie sind unglaublich sympathisch, entspannt und lebensfroh. Genau dieses Lebensgefühl spürte ich gleich bei meiner Ankunft im Paradis Plage Yoga & Surf Resort.

Pferde am Paradis Plage

Bereits im Eingangsbereich ist mir die bunte aber geschmackvolle Mischung aus traditioneller und moderner Einrichtung aufgefallen. Hier treffen erlesene marokkanische Holzmöbel auf das schöne Lebensgefühl der Surf Kultur. Ich fühlte mich augenblicklich wohl. Versorgt mit einem köstlichen marokkanischen Tee, schaute ich auf das türkisfarbene Wasser von Pool und Meer. Als ich diese Aussicht sah, wusste ich, dass ich an einem ganz besonderen Ort angekommen war. Obwohl ich noch auf mein Zimmer wartete, stellte man mir freundlicherweise ein vorübergehendes Zimmer zur Verfügung. Zimmer trifft es jedoch nicht exakt, denn es war vielmehr eine geräumige Suite mit Meerblick. Nachdem ich mir erst mal etwas sommerlichere Kleidung angezogen hatte, schaute ich mir die Hotelanlage vom Paradis Plage Resort an. Die Anlage hat eine angenehme und überschaubare Größe. Es gibt keine weiten Wege zu laufen und alles ist harmonisch miteinander verbunden. Vor allem ist man hier wieder mit der Natur verbunden. Der Ozean und das Leben um ihn herum sind allgegenwärtig. Alleine diese Tatsache macht den Alltag an diesem Ort zu einem Erlebnis. Sei es die moderne Chiringuito Bar direkt am Strand, wo Surfbretter als Tische verwendet werden und Musiker Gitarre spielen oder der herrliche verglaste Yoga Pavillon mit direktem Blick auf das Meer. Trotz der Moderne findet man hier auch traditionelle Handwerkskunst und Ursprünglichkeit wieder. Die gesamte Anlage ist darüber hinaus äußerst gepflegt und sauber.
Kaum angekommen erlebte ich auch gleich mein erstes Abenteuer, als ich mehrere Pferde am Strand entdeckte. Jeder, der mich kennt weiß, wie sehr ich Tiere liebe und jedes Mal immer wieder fasziniert von ihnen bin. Und ich bin so dankbar, dass man von unserem Balkon zu Hause eine direkte Aussicht auf Felder und Pferde hat. Natürlich konnte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die Pferde auch in Marokko aus nächster Nähe anzuschauen.

Der junge Mann, der die Pferde ausführte, wollte mir wie selbstverständlich sofort einen Ritt auf dem Pferd verkaufen. Ich war skeptisch aber er hartnäckig und so durfte ich einfach mal zum Ausprobieren auf das Pferd. Mein kurzes Abenteuer wäre fast nach hinten losgegangen, als das Pferd sich wie wild vor den vielen Fliegen schüttelte. Und da begriff ich, dass es etwas leichtsinnig war, was ich da tat aber andererseits, vertraute ich einfach darauf, dass alles gut ging. Ich war mir jedoch unsicher, ob ich einen längeren Ritt wagen sollte. Deswegen überlegte ich es mir noch einmal. Natürlich wollte der junge Mann mir zunächst irgendwelche Preise andrehen, bei denen er jedoch schnell bereit war runterzugehen. Dennoch war er mir keinesfalls unsympathisch, denn obwohl er es sichtlich nicht einfach im Leben hat, kümmert er sich liebevoll um seine Pferde – so gut er kann. Kurz darauf traf ich bereits die nächsten Tiere am Strand. Ein paar Dromedare marschierten auf mich zu. Was an diesem Strand wohl als alltäglich gilt, hatte auf mich eine surreale Wirkung.  Ich fand es schön den Tieren am Meer so nah zu sein. Wie in einem Traum. Und obwohl die Zeit wie im Flug vergangen war, kam es mir vor als wäre ich schon viel länger an diesem Ort. Mittlerweile konnte ich in mein eigentliches Zimmer umziehen, was ebenfalls eine Suite war. Die Suite hatte einen geräumigen Wohn-und Essbereich mit Küche,  zwei Balkonen mit direkter wunderschöner Aussicht auf den schimmernden Ozean und ein großes Schlafzimmer. Alle Räume sind lichtdurchflutet, großzügig geschnitten, komfortabel und sehr elegant eingerichtet.

Suite Paradis Plage 1

Suite Paradis Plage 2

Den Rest des Tages ging ich auf erneute Entdeckungstour und relaxte im wunderschönen Zen Garden, wo ich von einer Buddha Statue begrüßt wurde. Später schaute ich mir den Sonnenuntergang an der Beach Bar an und entspannte am Lagerfeuer. Mein Abendessen nahm ich im Buffet Restaurant ein, wo ich zum ersten Mal traditionelle Tajine Gerichte probieren durfte. Nachdem eine Freundin so davon geschwärmt hat, wollte ich schon immer mal davon kosten. Alle Speisen waren frisch, aus biologischem Anbau und lecker angerichtet. Der Service war sehr professionell, zuvorkommend und freundlich. Mir wurden einzelne Gerichte erklärt. Vor allem die hausgemachten traditionellen Pralinen hatten es mir angetan. Die exotische Mischung aus orientalischen Gewürzen und Rosenblättern war phänomenal.

Sonnenuntergang Paradis Plage Resort Marokko

 

Dieses neue Gefühl

Könnt ihr euch noch an die Gefühle erinnern, die ihr zum ersten Mal empfunden habt? Sie überrumpeln einen, fordern uns heraus und machen uns auch ab und zu Angst. So ging es mir vor meiner ersten Surf Stunde. Ich wusste nicht genau, welche neuen Erfahrungen mich erwarten würden. Dieses Gefühl machte mich nervös, aber es war auch furchtbar aufregend. Deswegen wollte ich es ausprobieren. Und sprichwörtlich einfach ins kalte Wasser springen. Das erste Mal die Geschwindigkeit einer Welle zu spüren war erschreckend und fantastisch zugleich. Mit jeder neuen Welle fühlte ich wie mein Körper sich nach und nach an den Rhythmus und die Geschwindigkeit der Wellen gewöhnte. Bis er sich immer mehr entspannte und ich langsam Vertrauen zu ihnen aufbaute. Das lag auch an den erfahrenen Surf Lehrern, die mir Schritt für Schritt die wichtigsten Grundlagen vom Surfing beibrachten. Ein paar blaue Flecken und ein breites Grinsen später war ich nur froh, es endlich ausprobiert zu haben. Obwohl es recht anstrengend war, hatte ich so großen Spaß gehabt und freute mich, eine Erfahrung reicher zu sein.

Natürlich blieb es nicht nur bei dieser Erfahrung. Am nächsten Tag erwartete mich bereits die nächste Überraschung im Spa. Da der Himmel an diesem Tag leider etwas bewölkt war, war es der ideale Zeitpunkt, um es sich im Spa gut gehen zu lassen. Ich war für ein traditionelles Hamam und eine Ganzkörper Massage angemeldet. Im Hamam wusste ich zunächst nicht, was auf mich zukommen würde. Zunächst durfte ich mich im Dampfbad entspannen, danach wurde ich mit einer wohlriechenden Eukalyptus Seife eingerieben. Später kam ein Peeling, bei dem die alte abgestorbene Haut entfernt wurde. Anschließend wurde ich mit einer wohltuenden Mischung aus Heilerde von Hals bis Fuß eingecremt. Auf diese Weise wird die Haut mit viel Feuchtigkeit versorgt und wunderbar gepflegt. Da lag ich also, hilflos wie eine Robbe. Zunächst dachte ich, dass nach der Prozedur auch die ganze Bräune der Haut weggehen würde. Aber ganz im Gegenteil: Meine Haut fühlte sich an wie Seide, nahm einen gleichmäßigen wunderschönen Teint an und war ganz weich. Direkt nach der Behandlung empfiehlt es sich, ein bis zwei Tage nicht in die Sonne zu gehen. Aber danach nimmt die Haut eine fantastisch ebenmäßige, goldene Bräune an. Nach meinem Spa Erlebnis entdeckte ich bei einem Spaziergang etwas Sonderbares in den Wellen des Ozeans. Zunächst dachte ich, was das denn für ein komischer Fisch sei, bis ich erkennen konnte, dass es doch tatsächlich ein gepunkteter Hund auf dem Surfbrett war. Ich konnte meinen Augen gar nicht glauben! Zwar habe ich schon mal im Fernsehen surfende Hunde gesehen aber noch nie live! Natürlich wollte ich der Sache gleich mal auf den Grund gehen und fand schnell heraus, dass der Hotel Manager tatsächlich täglich mit seinem Hund surfen geht. Einfach magisch!

Filmreif: Surfen mit Hund

Ein Ort für die Sinne

Yoga im Paradis Plage Resort

So kann man das Paradis Plage Resort wahrlich beschreiben. Ob für Sportliebhaber, Familien, Alleinreisende oder Paare: Hier ist jeder gut aufgehoben, weil man als Gast die einfach Wahl hat, ob man entspannen, schlemmen, zum Yoga oder zum Surfen gehen möchte. Und man lernt jeden Moment intensiv zu genießen. Vielleicht liegt es an dem besonderen Licht, das diesen Ort umgibt oder auch am tollen Team und dem surfenden Hund (Ich meine, wie cool ist das bitte?). Das Paradis Plage vereint pure Entspannung mit Unternehmenslust. Alles kann, nichts muss. Das gefällt mir sehr. Dennoch stehen Qualität und Hochwertigkeit im Fokus. In der gesamten Anlage entdeckt man die Liebe zum Detail. Aber auch bei den einzelnen Kursen. Mein persönliches Highlight war die Yogastunde mit Blick auf den Ozean. Yoga findet drei Mal täglich im Resort statt. Beim Stundenplan hat man die Wahl, ob man morgens, tagsüber oder abends zum Yoga gehen möchte. Ich besuchte die Sunset Yoga Stunde und es war einfach fantastisch Yoga zu machen, während die Sonne langsam unterging und die Dromedare im Hintergrund am Strand vorbeiliefen. Ein großes Dankeschön geht an meinen Yogalehrer Karsten, der die Stunde kreativ und lehrreich gestaltet hat. Er ist ein sehr erfahrener und inspirierender Yoga Lehrer, den ich nur besten Herzens weiterempfehlen kann. Ein paar Tage in diesem Resort fühlten sich an wie Wochen aber durchaus im positiven Sinn, weil ich so viel in kürzester Zeit erlebt und für mich persönlich mitgenommen habe. Meine Zeit im Paradis Plage war ausgefüllt mit neuen Erfahrungen und schönen Begegnungen mit wunderbaren Menschen.
Die unglaubliche Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft werde ich nie vergessen. Mein Aufenthalt beweist mir, dass auch nur ein paar Tage Auszeit, intensive Glücksgefühle auslösen können. Es lohnt sich einfach immer, neue Wege auszuprobieren, hinter die Ecken zu schauen und neugierig zu sein. Jeden Tag aufs Neue.

Pool Area
Erste Surfstunde
Chiringuito Bar & Surf House
Zen Garden
Natur pur am Atlantischen Ozean
Und Action 🙂
Dromedar Karawane
Zimmer und Balkon mit Aussicht

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