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Last Minute nach Japan: Geht das?

21. Juni 2018

Eine Reise nach Japan verbinden die meisten von uns mit weiter Ferne, faszinierender Kultur, modernster Technologie aber auch mit hohen Preisen und voraussichtiger sowie rechtzeitiger Planung. Häufig werden Japan Reisen bereits als organisierte Pauschalreisen angeboten doch die relativ hohen Preise schrecken viele und vor allem jüngere Leute eher ab. Wie oft habe ich gehört: „Eine Japan Reise kann ich mir leider nicht leisten.“ Doch die Reise nach Japan muss deswegen noch lange kein Traum bleiben. In den meisten Reiseführern und Blogs wird empfohlen, mindestens drei Monate vor geplantem Reisezeitraum mit der Organisation und Planung eurer Japan Reise zu beginnen. Insbesondere zur Kirschblütenzeit, die als absolute Hochsaison in Japan gilt, müsste man sich so früh wie möglich um Unterkünfte und Flüge kümmern. Das ist alles auch ganz richtig, denn je früher man anfängt, desto mehr Auswahl hat man zur Verfügung und desto mehr kann man auch sparen aber ich sage euch, wie ich es geschafft habe, in nur wenigen Wochen (insgesamt drei) eine zweiwöchige Japan Reise zur beliebtesten Reisezeit zu organisieren. Und nein, ich habe weder unter einer Brücke übernachtet, noch in einem Hostel mein Zimmer mit fremden Menschen geteilt. Ganz im Gegenteil. Auf meiner kompletten Reise war ich in komfortablen und sehr zentralen Business Hotels untergebracht. Es ist also alles eine Frage der Organisation und des Internets. Heute zeige ich euch wie auch du mit etwas Recherche und nur wenigen Klicks in kürzester Zeit eine Individualreise nach Japan auf die Beine stellst, denn es ist einfacher als du denkst.

Tokyo Tower View

Der erste Schritt heißt: Trau dich! Trau dich für deine Träume zu kämpfen und zu recherchieren anstatt von vorneherein zu sagen: „Das kann ich mir eh nicht leisten!“ Sondern suche nach Wegen, WIE du es dir dennoch leisten kannst. Mit dem Internet stehen uns heutzutage unzählige Wege offen, wir müssen sie nur gehen. Zunächst einmal heißt es also: Nicht verzweifeln, sondern anfangen. Als allererstes habe ich mir einen Überblick über die aktuellen Flugpreise und Unterkünfte verschafft. Danach habe ich nach möglichen und realistischen Reiserouten gesucht, die innerhalb von zwei Wochen zu bewältigen sind. Schnell wurde ich auch fündig und kann folgende Blogs besten Gewissens weiterempfehlen, wenn ihr euch für Japan interessiert oder sogar bereits eine Reise nach Japan plant:  https://www.suitcaseandwanderlust.com/de/ und https://wanderweib.de/ .
Nachdem ich eine ungefähre Route zusammengestellt hatte, ging es an die Flugvergleiche. Dazu gehe ich in der Regel auf Skyscanner und Kayak. Dort kann man ganz praktisch die Flugübersicht der gewünschten Destination für einen ganzen Monat aufrufen. Das ist sehr praktisch und ermöglicht dir, je nachdem wie flexibel du bist, den passenden Flug zu finden. Die Flugpreise variieren sehr stark und können sich bereits stundenweise ändern, daher ist Beobachten eine gute Option. Denn ich hatte bereits Monate zuvor nach Japanflügen geschaut, die weitaus teurer zu dem Zeitpunkt waren, als nur wenige Wochen vor geplantem Abflug. Auch hier ist früher nicht unbedingt immer besser, aber wenn ihr bereits eine Reise in Erwägung zieht, lohnt es sich dennoch so früh wie möglich zu schauen und zu vergleichen. Einfach um auch festzustellen, ob eventuell neue Flüge dazukommen oder die Flugpreise sinken. Auf diese Weise habe ich sogar einen Direktflug mit Japan Airlines für unter 700€ gefunden. Mit etwas Glück bekommt ihr jedoch Direktflüge für bereits unter 600€. Nachdem der Flug gebucht war und mögliche Unterkünfte bereits notiert waren, ging es an die weitere konkrete Planung. Schritt für Schritt buchten wir die Unterkünfte in den jeweiligen Orten, die wir erkunden wollten. Unsere Reiseroute sah folgendermaßen aus:

  • 1. Tag  Ankunft Tokyo
  • 2. Tag  Weiterfahrt nach Fujiyoshida
  • 3.-4. Tag  Aufenthalt Fujiyoshida und Kawaguchiko mit traditionellem Onsen
  • 5. Tag  Fahrt nach Kyoto
  • 6.-9. Tag  Aufenthalt Kyoto
  • 9. Tag  Rückfahrt Tokyo mit Umstieg in Yokohama
  • 10.-14. Tag  Aufenthalt Tokio
  • 14. Tag Rückflug

 

Chidoriga-Fuchi

Wir buchten insgesamt vier Unterkünfte und waren über die moderaten Preise überrascht. Es gab verhältnismäßig tatsächlich noch eine umfangreiche Auswahl an komfortablen und zentralen Hotels für Preise zwischen 80€ und 120€ die Nacht (teilweise inklusive Frühstück). Aber das sind bereits „Kirschblütenpreise“, denn reist man zu einer anderen Reisezeit, bekommt man saubere, schöne Hotels mitten in Tokyo für bereits 30€ pro Nacht inklusive Frühstück! Solche Preise habe ich nicht einmal in ländlicheren Gebieten Deutschlands gesehen. Und Kirschblütenzeit ist nicht gleich Kirschblütenzeit, denn die Kirschblüte blüht in Japan je nach Region zu unterschiedlichen Zeiten. So kann man sie auf der sonnigen Insel Okinawa bereits im Januar bestaunen und im nördlichen Hokkaido sieht man sie erst im Mai. Das heißt also, man muss nicht einmal unbedingt Mitte oder Ende März nach Japan reisen, um die Kirschblüte zu sehen, denn im Norden blüht sie tatsächlich etwas später und man kann als Reisender von weitaus günstigeren Preisen profitieren. Hotelzimmer in Japan sind in der Regel sehr, sehr klein außer ihr bucht Luxusklasse. Aber lasst euch von den wenigen Quadratmetern nicht abschrecken, denn die Zimmer sind generell äußerst komfortabel und bis ins kleinste Detail durchdacht.  Besonders süß und aufmerksam finde ich, dass man in den meisten Unterkünften einen Pyjama gestellt bekommt. Eine gute Übersicht an Hotels findet man auf Trivago und Tripadvisor.

Sobald man die Flüge sowie Unterkünfte organisiert hat, fehlt eigentlich nur noch die Transportmöglichkeit, um von A nach B zu kommen und das ist in Japan unglaublich einfach und unkompliziert. Japan hat eine der besten Infrastrukturen weltweit. Empfehlenswert ist vor allem der Japan Rail Pass, falls ihr Japan mit dem Zug bzw. Schnellzug/Shinkansen erkunden möchtet. Es ist die einfachste Art durch Japan zu reisen und eignet sich sehr gut, um einen ersten Eindruck vom Land zu bekommen. Außerdem sind die japanischen Züge äußerst komfortabel, modern und sauber. Mit dem Japan Railpass erreichst du so gut wie alle großen Städte. Bevor du dich jedoch für den Japan Rail Pass entscheidest, solltest du erst einmal vergleichen, ob du ihn für deine ausgewählte Route gebrauchen kannst und er sich für dich auch lohnt. Es ist empfehlenswert ihn ca. einen Monat vor Reisebeginn zu bestellen. Ab Kauf ist er drei Monate lang gültig. Der Japan Rail Pass ermöglicht die beliebige Nutzung fast aller Züge der Japan Railways Group (JR) in ganz Japan. Jedoch gilt der Pass nicht für die Tokio Untergrundbahn, das Bus-Netz in Kyoto oder die privaten Linien (Kintetsu). In der Regel lohnt sich der Pass für längere Strecken zwischen größeren Städten. Falls du mehr über den Japan Railpass erfahren möchtest und wo du ihn erwerben kannst, dann kannst du dich in meinem nächsten Blogpost „Mit dem Japan Rail Pass günstig und bequem durch Japan“ ausführlich informieren.

Tokyo Tower

Und so steht einer Reise nach Japan gar nichts mehr im Weg! Für ca. 1500 € pro Person bekommt ihr 14 Tage Japan mit Flügen, Unterkünften (teilweise inklusive Frühstück) sowie den Japan Rail Pass für eine Woche. Natürlich fehlen hier noch die Ausgaben für Essen, U-Bahn und Sehenswürdigkeiten aber auch da kann ich euch beruhigen: Viele der Sehenswürdigkeiten sind komplett umsonst oder kosten nur wenige Yen und Essen gibt es wirklich an jeder Ecke. So viel Essen wie in Japan habe ich bisher noch in keinem Land gesehen. Besonders überrascht war ich jedoch über die Preise. Natürlich kommt es auf die eigenen Ansprüche an und ob man gerade in Tokyo oder eher in ländlicheren Gebieten Japans unterwegs ist aber in den Großstädten bekommt man eine leckere frische Mahlzeit bereits ab umgerechnet 3,50€. Außerdem kann man sogar in den Supermärkten frische warme Mahlzeiten einkaufen. Verhungern muss hier wirklich keiner. Ganz im Gegenteil. Auf keiner anderen Reise habe ich so häufig und so gut gegessen wie in Japan und das zu vergleichsweise sehr günstigen Preisen. Vor allem auf den Märkten kann man sich durch lokale Gerichte und Spezialitäten probieren. In den Großstädten findet man alle paar (sehr wenige) Meter ein Restaurant oder einen Imbisstand. Essen wird in Japan einfach groß geschrieben und dazu wird es ebenfalls bald einen umfangreichen Artikel geben, denn vielleicht hat der ein oder andere es bereits gemerkt: ICH LIEBE ESSEN.
Ihr seht also, auch wenn eine Reise nach Japan immer noch kein Mallorca Schnäppchen ist (Japan und Deutschland liegen aber auch ganze 9.043 km (!) auseinander), ist es dennoch möglich vergleichsweise sehr preiswert und vor allem möglich das Land qualitativ hochwertig und komfortabel zu erkunden und sich somit seinen lang ersehnten Traum vom Land der aufgehenden Sonne zu verwirklichen.

Ueno Park
Kyoto
“Hey Dude!” Deer in Nara
  1. Sehr schöner Artikel! Ich finde den Punkt mit der Kirschblüte besonders interessant, so könnte man tatsächlich auch die breiten Touristenmassen ein bisschen umgehen, die sich mitte März dort sicher tummeln. Mich würde noch interessieren, was du zu Essen in Japan empfehlen kannst, vielleicht hattest du ja das ein oder andere Highlight? 🙂 Viele liebe Grüße von Silvia von http://www.abenteuerzeilen.de

    1. Hallo liebe Silvia,

      vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar. Was ich besonders lecker finde, sind die Soba Nudeln, Takoyaki (die es fast überall to go gibt), und Okonomiyaki.
      Aber es gibt noch viel mehr. Ich empfehle sich wirklich ordentlich durchzuprobieren und geschmacklich überraschen zu lassen 🙂 Vor allem die vielen Matcha-Süßigkeiten haben mir beispielsweise richtig gut geschmeckt. Es wird aber bald noch einen ausführlichen Artikel zum Thema “Essen in Japan” geben, auch mit Tipps für Vegetarier 😉

      Viele Grüße
      Lina

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