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Eine Prise Kinderlachen, ein Tropfen Glückstränen – Warum ich bei “Weihnachten im Schuhkarton” mitmache

1. November 2018

*Anzeige: In ehrenamtlicher Zusammenarbeit mit Geschenke der Hoffnung

Jeder Weihnachtsschmuck ist eine Erinnerung. Die Tänzerin, der kleine Eisläufer oder die Lebkuchenfrau – Jede Figur macht mich älter, jede Figur ist meine Erinnerung.

Als ich da so lag unter dem kleinen Plastikbaum, den meine Eltern 1995, kurz nachdem wir nach Deutschland gekommen sind, gekauft hatten und ich den alten Weihnachtsschmuck von unten baumeln sah, da war es als könnte ich den Wind im imaginären Wald hören und als würde der Plastikvogel, der auf einem Ast befestigt war, mich direkt interessiert anschauen, seine Flügel ausbreiten und wegfliegen. Es war unser erster Weihnachtsbaum in Deutschland. Er war klein, recht hässlich und aus Kunststoff. Alle meine Freunde hatten in der Regel einen großen, imposanten echten Weihnachtsbaum. Aber ich verteidigte meinen kleinen, süßen Baum wie ein Ritter seine Burg.

Denn als Kind waren die kleinsten, günstigsten und scheinbar unspektakulärsten Dinge für mich einfach magisch. Ganz egal wo ich war, mit wem ich war, ich war stets auf der Suche nach Magie und ich musste eigentlich nicht mal suchen, denn sie war da, in meinen Augen, in meinen Händen und in meinen Ohren. Kleinigkeiten, wie ein schöner Spieltag mit Freunden, wurden zum großen Rafting Abenteuer und selbst gebastelte Zelte unter Hochbetten zu magischen Schlössern. Ich dachte mir damals nur, was für ein unglaublich schönes Leben ich doch führte. Und all diese kleinen Momente fing ich schon als Kind an zu sammeln und zu hüten. Auf jeden Moment war ich so stolz wie eine Mutter auf ihr Kind. Selbst als ich irgendwann bemerkte, dass manche Kinder so viel mehr hatten als ich, in andere Länder reisten, in schönen Hotels übernachten durften und im Meer badeten, machte es mir zunächst noch gar nichts aus. Erst später als Jugendliche wurde ich traurig. Das alles hatte ich als Kind nicht, ich habe nicht das Meer gesehen oder Abendessen aus einem fahrenden Spielzeugzug bekommen. Ich hatte keine Städte besucht und Bilder vor der Eiffelturm gemacht. Und auf meinen ersten Reisen beobachtete ich die anderen Kinder und dachte mir, wie selbstverständlich diese Reisen für sie sein müssten, wie viel sie in ihren jungen Jahren wohl schon gesehen haben, viel mehr als ich und ich fühlte mich betrogen. Ich kam mir töricht und dumm vor, so viel Freude an Ameisen im Garten verspürt zu haben und ich kam mir lächerlich vor, dass ich Kaulquappen im Dorfteich gezählt hatte. Ich hatte anscheinend gar keine Ahnung gehabt was für atemberaubende Plätze es auf der Welt gibt, wie viel Interessanteres es doch gibt als Kirschbäume und Kieselsteine in unserem alten Garten. Dabei dachte ich damals als Kind, dass ich doch schon die allerschönsten Orte meiner Welt kennen würde. Das hatte mir gereicht. Und später fühlte ich mich betrogen.

Die praktische “Box to go”

Doch nun ist dieses Gefühl wieder gewichen. Stattdessen bewundere ich Kinder, ich bewundere meine frühere kindliche Fantasie, die Magie auch in scheinbar unscheinbaren Dingen das Schöne zu erkennen und sich daran zu erfreuen, sei es der Matsch in Russland gewesen oder später die Kaulquappen in Deutschland. Auf meinem Weg hatte ich irgendwo in falschen gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Beziehungen diese Gabe verloren. Sie wurde mir in der Schule nach und nach abtrainiert. Und ich hatte nicht den Mut sie zu halten. Aber ich hatte auch nie vor sie ganz ziehen zu lassen. Und tatsächlich kam sie in neuer frischer Form in mein erwachsenes Leben zurück. Nach und nach putze ich die Staubschicht der letzten Jahre von meinen Augen, Ohren und Händen weg bis wieder Platz für Glitzer, Rauch und Flügelschläge ist. Deswegen macht es mir  jedes Jahr vor Weihnachten besonders großen Spaß den Weihnachtsbaum zu schmücken. Jede Figur ist eine Erinnerung, bis der Baum vollgehängt ist mit Geschichten, ganz schwer und zauberhaft. Von jeder Reise im Winter bringe ich zwei Dinge mit – viele Fotos und neuen Baumschmuck und jeder Baumschmuck ist wie eine Kapsel in der mindestens eine kleine Erinnerung verborgen ist – sei es auch nur eine Ameise oder ein selbstgeflochtener Freundschaftsring ist – jede magische Erinnerung ist kostbar, möge sie noch so klein und vor der Kulisse dieser großen Welt ganz unscheinbar wirken, sie ist Teil meiner Welt. Aber noch etwas anderes macht mir vor Weihnachten großen Spaß: den Schuhkarton für Weihnachten im Schuhkarton zu packen. Das Schöne daran ist, dass ich auch anderen Kindern solche Erinnerungen schenken möchte. Ich möchte den Kindern etwas mitgeben, ein Päckchen Freude, einen Schuhkarton voll Wärme, Hoffnung und Kinderlachen. Auf diesem Weg will ich mich bei Ihnen bedanken, dafür dass sie auf der Welt sind, dafür dass sie mit ihrer Freude sich auch über Kleinigkeiten zu freuen, uns Erwachsene anstecken, uns motivieren und wir so viel von ihnen lernen können. Ich möchte, dass irgendwo ein Kind den Schuhkarton auspackt und weiß, dass es nicht vergessen ist, dass es gebraucht wird und dass Fürsorge uns Menschen verbindet. Weit über die längsten Entfernungen hinaus. Möchtest du auch einfach so Freude verschenken? Wie auch du einem Kind dieses kleine Glück bereiten kannst, erfährst du in meinem „Weihnachten im Schuhkarton Leitfaden“, in dem du die wichtigsten Informationen erhälst:

Leitfaden für Weihnachten im Schuhkarton – Weil  Helfen das Leben schöner macht

Mein Schuhkarton 2017 für ein Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren

1. Wie kann ich mitmachen und wo bekomme ich einen Schuhkarton für die Aktion?

Ganz einfach! Du brauchst nur einen Schukarton (ca. 30 x 20 x 10 cm), den du mit Geschenkpapier deiner Wahl beklebst oder du bestellst die „Box to go“ direkt auf der offiziellen Internet Seite von Geschenke der Hoffnung. Letztes Jahr hatte ich zuhause keinen passenden Karton also habe ich freundlich in einem Schuhladen nachgefragt und auch gleich einen Karton mit den richtigen Maßen erhalten. Danach habe ich den Karton mit Geschenkpapier beklebt. Auf YouTube und Pinterest findest du dazu viele Anleitungen, wie du ganz schnell und unkompliziert den Karton bekleben kannst.

 

2. Wie kann ich einen Schuhkarton packen und was darf rein?

Die Geschenke sollen auf jeden Fall neu und nicht gebraucht sein. Ich versuche mich immer in ein Kind hineinzuversetzen und mich zu fragen, worüber es sich freuen könnte. Daher ist es bei mir ein Mix aus Stiften, Kleidung, Süßigkeiten und natürlich (ganz wichtig!) Spielsachen! Viele Kinder haben noch nie in ihrem Leben jemals ein Geschenk erhalten, stell dir nur vor wie sie sich freuen, wenn sie gleich so eine bunte Mischung an neuen, schönen Sachen bekommen. Ideal ist es, wenn der Inhalt zum Alter und Geschlecht des Kindes passt, wobei ich persönlich die Geschenke etwas neutraler aussuche und mich nicht ausschließlich daran orientiere, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Es gibt unzählige Geschenkideen, über die sich sowohl Jungs als auch Mädchen freuen können. Obwohl ich letztes Jahr einen Karton für ein Mädchen gepackt habe, habe ich daher versucht den Inhalt nicht allzu “rosa” auszuwählen, sondern auch ein paar  Geschenke reinzumachen (wie beispielsweise einen Notizblock im Kunstledereinband oder Schokolade), über die sich auch ein Mädchen freuen könnte, das vielleicht Puppen und “typische” Mädchensachen nicht besonders interessant findet. Doch außer den Geschenken darf natürlich ein persönlicher Gruß, Brief oder eine liebe Postkarte nicht fehlen. Gerne kannst du auch ein Foto von dir (oder von deiner ganzen Familie) reinmachen.

3. Für welche Altersgruppen werden am wenigsten Kartons gepackt?

Erfahrungsgemäß bekommen Kinder, vor allem die Jungs, zwischen 10 und 14 Jahren am seltensten ein Paket. Am häufigsten gepackt werden hingegen Schuhkartons für Mädchen zwischen 5 und 9 Jahren. Deshalb packe ich dieses Jahr meinen Karton für einen Jungen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren.

4. Wo finde ich eine Annahme Stelle und wann ist die Abgabefrist?

Auf dieser Seite https://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/abgabeorte/ kannst du ganz bequem deine Postleitzahl angeben und erfährst die Abgabeorte aus deiner Nähe. Bis zum 15. November kannst du noch mitmachen. Es wird empfohlen bei der Abgabe oder schon im Voraus per Paypal eine kleine Spende von acht Euro pro beschenktem Kind beizufügen.

5. Wohin geht mein gepackter Schuhkarton?

Die Schuhkartons gehen unter anderem nach Georgien, Litauen, Lettland, Montenegro und in noch viele weitere Länder. Eine Liste der Länder, in die die Schuhkartons dieses Jahr verschickt werden, findest du hier: https://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/ziellaender/

„Denke immer daran: Es bleibt einem im Leben nur das, was man verschenkt hat.“
Robert Stolz (1880-1975)

Falls du noch weitere Fragen hast oder dich engagieren möchtest, dann kann ich dir die FAQ’s von “Geschenke der Hoffnung” empfehlen
Dort findest du alle Informationen rund um „Weihnachten im Schuhkarton“. Ansonsten wünsche ich dir schon mal ganz viel Spaß beim Basteln, Packen und Aussuchen der Geschenke. Für mich war das Erlebnis mit “Weihnachten im Schuhkarton” 2017 definitiv eine der schönsten Beschäftigungen und Erfahrungen, die ich je vor Weihnachten gemacht habe.

 

    1. Vielen lieben Dank Luisa! Das stimmt! Auch wenn wir das ganze Jahr was Gutes tun können, so finde ich, dass es gerade um die Weihnachtszeit schön ist, sich Gedanken zu machen, worum es bei dem Fest wirklich geht 🙂 Es freut mich, wenn du auch dabei bist #schenkenmachtdaslebenschöner

  1. Liebe Lina, wie wunderbar du doch deine Beziehung zum Weihnachtsschmuck beschrieben hast. Zu jedem Teil gibt es eine Erinnerung, ein Andenken an eine Reise, ein Erlebnis – alleine den Christbaum mit diesen Teilen zu schmücken ist doch ein tolles Erlebnis und ein Revuepassieren lassen von wunderbaren Momenten. Ein herrliches Ritual für Weihnachten.
    Toll finde ich auch dein Engagement für „Weihnachten im Schuhkarton“!
    Hab einen guten Start in die Woche und alles Liebe

  2. Wow – was für ein toller Text! Ich kenne das Gefühl, denn mir erging es ähnlich. Als ich noch nicht im Kindergarten war, habe ich nie TV geschaut und konnte den lieben langen Tag mit meinen Pferdchen und Autos spielen. Im Kindergarten habe ich den TV kennengelernt, Süssgetränke und später dann den Computer. Meine Fantasie habe ich gottseidank nie verloren – aber dass andere öfter die technischen Gadgets schon früh verwenden durften, führte zuhause oft zu Streit und Diskussionen. Aber ich weiss meine Kindheit zu schätzen und habe so sicherlich besser gelernt, ohne die technischen Gadgets mich zu unterhalten 🙂
    Das Projekt, von dem Du schreibst, ist mega! Ich habe soeben eine Stelle in der Nähe der schweizerischen Grenze gefunden, wo ich am Samstag ein Paket abgeben werde – den ich liebe es zu verschenken, tausendmal mehr als etwas zu erhalten ! 🙂
    Liebste Grüsse
    Janine von https://www.vivarubia.com/

    1. Liebe Janine,
      das freut mich sehr! Mir geht es genauso 🙂 Wie hat Albert Einstein schon mal so schön gesagt: “Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. Fantasie aber umfasst die ganze Welt.” Und wir haben als Kinder wirklich Glück gehabt, dass wir weitestgehend ohne zu viel vorgelebte Technologien aufgewachsen sind.
      Ich wünsche dir einen wundervollen Start in die neue Woche und ganz viel Spaß mit “Weihnachten im Schuhkarton”!

      Liebe Grüße,
      Lina

  3. Was für ein wunderschön geschriebener Text ist das denn bitte, Lina. Ich finde es toll, dass du dich engagierst, ich habe mir gleich einen Schuhkarton geschnappt und mache mich jetzt ans Packen!

  4. Ohja das ist schon bald so etwas wie Tradition bei uns geworden – ich weiß, dass wir bereits in meiner Kindheit kleine Kartons gepackt und verschickt haben. Eine wirklich schöne Aktion 🙂
    Oftmals haben größere Arbeitgeber in Deutschland auch eine zentrale Sammelstelle für diese Aktion oder bieten eigene an.. ♥

    xxx
    Tina

    https://styleappetite.com

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