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Ich erwartete die Sterne aber hörte nur den Regen…

16. Oktober 2017

Der Anblick von warmen hellen Sonnenstrahlen kitzelte meine Iris und Fantasie. Zumindest konnte ich ihre Wärme im kühl klimatisierten Raum erahnen. Was für ein herrlicher Tag es doch war, mit strahlendem Sonnenschein, leichtfüßigen Kindern und dösenden Katzen. Der Gedanke raus zu gehen, trippelte durch meinen Kopf wie eine ungeduldige Ballerina. Aber ich hatte keine Zeit, die Sonne auf meiner Haut scheinen zu lassen, keine Zeit in die Natur zu gehen oder Eis zu essen, mich zu verkleckern und die Flecken wegzulachen, keine Zeit diesen wunderbaren Tag zu genießen. Zu viele Termine, zu viele Pläne, zu viele Verpflichtungen. Immer vorwärts, obwohl sich alles dreht. Vorbildlich saß ich am Schreibtisch und freute mich schon bereits auf den Abend. Darauf auf den Balkon zu gehen und in den wolkenfreien Himmel zu blicken.

Doch vor allem freute mich auf die Sterne und dachte darüber nach, dass ich dieses Jahr noch keine einzige Sternschnuppe gesehen hatte. Dieses Bild eines klaren Sternenhimmels ging mir nicht mehr aus dem Kopf und wurde zum meinem persönlichen Fixstern. Ich war mir so sicher sie endlich wieder zu sehen. Der Tag war lang und anstrengend und endete in einem Delirium aus Papierkram und Zeitlosigkeit. Und als ich endlich zuhause ankam und gerade vorhatte das Fenster zu öffnen, vernahm ich ein seltsames, rhythmisches Geräusch. Im Takt trommelte eine Symphonie. So war das also. Ich erwartete die Sterne aber hörte nur den Regen…

Der amerikanische Ingenieur Mo Gadwat hat eine einfache Glücksformel entwickelt:

Glück ist mindestens gleich oder größer als das, was in unserem Leben geschieht, abgezogen der Erwartungen, wie wir es uns vorstellen. Unerfüllte Erwartungen hindern uns am Glücklichsein. Das ist nichts Neues, es ist so einfach und gerade deswegen so schwer. Zu akzeptieren, dass es regnet obwohl man die Sterne sehen will, zu akzeptieren, dass Menschen gehen, obwohl man sie halten möchte, einzusehen, dass geschwiegen wird, obwohl es so viel zu sagen gibt. Und so ist es auch mit dem Gesagten. Manche Wörter sind wie Regen. Man erwartet sie nicht und doch fallen sie wie Regentropfen, trotz Schönwetter Vorhersage.

Man kann entscheiden sich immerzu dagegen zu wehren, gegen die Dinge, die einen unerwartet treffen, man kann ihnen die Schuld  für jede Enttäuschung geben, wenn man nur sehen möchte, was man sehen will. Ich entscheide mich jedoch für einen anderen Weg. Ein Weg, der nicht aussieht wie ich ihn mir jemals vorgestellt habe aber der dennoch ein Weg bleibt, eine Richtung zum Glück. Ich akzeptiere, denn was ich nun nicht sehe, kann ich hören. Ich höre die Sterne und sie klingen wundervoll. Was sie mir nicht funkeln konnten, senden sie mir mit jedem einzelnen Regentropfen.

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