Bestimmt hast du schon von dem AR Filter Trend auf Instagram mitbekommen. Aber wusstest du, dass auch du selbst deinen eigenen Filter kreieren kannst? Seit August 2019 haben nicht nur ausgewählte Content Creator die Möglichkeit einen eigenen Filter zu erstellen, sondern jeder Instagram Nutzer, der Lust darauf hat. Wie das geht, erkläre ich dir in meinem Tutorial. Deiner Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Ich möchte dir jedoch einen leichten Einstieg bieten und habe daher ein Tutorial für dich erstellt, wie du deinen Stories einen stimmungsvollen Look verleihen kannst. Wie so ein Filter aussehen kann, siehst du auf meinem Instagram Profil.

Zunächst einmal benötigst du das kostenlose Programm Spark AR Studio von Facebook. Du kannst es dir hier herunterladen: https://sparkar.facebook.com/ar-studio/

Tutorial: Wie erstelle ich meinen eigenen Instagram Filter

Nachdem du Spark AR Studio installiert und geöffnet hast, musst du dich zunächst mit deinem Facebook Account anmelden. Anschließend wird dir eine Auswahl an verschiedenen Effekt-Vorlagen angezeigt – wir legen ein neues Projekt an und klicken auf Create Project.

Auf der linken Seitenleiste siehst du ein Kamera Symbol. Hier kannst du aus verschiedenen Echtzeit-Simulationen auswählen oder du nutzt deine eigene integrierte Webcam, um den Effekt direkt selbst an dir auszutesten.

Indem du auf + Add Object klickst, kannst du, wie der Name schon verrät, verschiedene Objekte zu deinem Filter hinzufügen (z.B. auch das häufig verwendete Face Mash). Über das Library Symbol unten links kannst du auch verschiedene 3D Objekte direkt in dein Projekt importieren. Für unseren Farbkorrektur Filter benötigen wir dieses Objekt heute aber nicht.

Im folgenden erkläre ich euch Step-by-Step wie ihr euren eigenen Umgebungsfilter für Instagram erstellt.

1. LUTs: Presets für Farbkorrekturen und Colour Grading

Um deinem Filter eine tolle und effektvolle Farbkorrektur zu geben, benötigst du sogenannte LUTs (=Look up Table) – das sind Presets für Farbkorrekturen und Color Grading. LUT sind nicht an ein bestimmtes Programm gebunden (so wie z.B. Lightroom Presets), sondern können in vielen verschiedenen Programmen verwendet werden (Premiere, Photoshop, Final Cut, AfterEffects oder auch im Spark AR Studio).

Ein tolles Tutorial wie man Color LUTs in Spark AR verwendet, hat Josh Beckwith erstellt. Hier findest du den Link zu seinem Patch: https://github.com/positlabs/spark-lut-patch/tree/master/textures

Lade dir das Projekt unter Github herunter und zieh dir als erstes den Patch in deine Assets rein. Der Patch heißt FastColorLUT.arp. Nicht wundern, das kann ein bisschen dauern.

Anschließend öffnen wir den Patch Editor. Dazu gehen wir auf View und anschließend auf Show Patch Editor (alternativ über CTL+Alt+P). Nun kannst du einfach den FastColorLUT Patch in den Editor hinein ziehen.

2. Texturen zur Farbkorrektur hinzufügen

Als nächstes fügst du eine der Texturen aus deinen Assets hinzu und ziehst diese ebenfalls in den Patch Editor. Über das + Symbol kannst du nun die neu hinzugefügte Textur mit das das LUT des Patches andocken. Dein Patch hat nun als Look Up Table die von dir ausgewählte Textur.

Nun erstellst du ein Canvas: Über Rechtsklick in deiner Scene kannst du ein Canvas hinzufügen. Danach wieder über Rechtsklick auf Canvas und dann Add ein Plane hinzufügen. Klicke in der Fläche rechts auf Scale, sodass die Größe unten in deinem Patch Editor auftaucht.

3. Die Canvas Fläche dem (Device) Screen anpassen

Nun ist es wichtig, dass du der Fläche immer die korrekte Größe verleihst. Auch hierfür gibt es auf Github wieder den passenden Patch (Download). Füg den Patch Fit2Screen deinem Projekt hinzu und ziehe ihn anschließend ebenfalls in den Patch Editor. Verbinde den Patch über Scale mit der Größe der Fläche (3D Scale). Den Multiplier im Patch solltest du jetzt noch von 100 auf 0.1 abändern.

Jetzt ziehst du das Device in den Patch Editor und verbindest Screen Size und Screen Scale mit dem Fit2Screen Patch.

4. Hinzufügen der Kamera Textur

Jetzt müssen wir die Kamera Textur noch unseren Assets hinzufügen. Klicke hierzu unter Device auf Camera und dann im rechten Menü auf Texture Extraction und schon hast du die Kamera Textur in deinen Assets. Ziehe dir diese ebenfalls wieder in den Patch Editor und verbindet RGBA mit dem verbleibenden Texture Feld des FastColourLUT Patches.

Wir wechseln wieder zu unserer Plane und klicken auf Enable for Materials. Shader Type stellen wir auf Flat. Die Textur ziehen wir über einen Klick auf den links daneben stehenden Pfeil in den Patch Editor und ordnen ihn rechts neben dem LUT Patch an und verbinden den Patch mit dem Material Texture. Tadaaa, es ist fast geschafft.

Wenn ihr alle Schritte korrekt durchgeführt habt, sieht euer Patch Editor folgendermaßen aus:

Spark AR Studio: Kostenlos eigene AR Filter für Instagram und Facebook erstellen

Wie veröffentliche ich meinen Filter auf Instagram?

Über den Spark AR Hub kannst du deine Filter veröffentlichen und interessante Insights zur Nutzung deines Filters erfahren. Alles was du dazu tun musst, ist den Filter im Hub hochzuladen und einige Informationen (Kategorie, Name, Icon, Vorschau Video) zu deinem Filter anzugeben.

Ich würde dir empfehlen zunächst den Filter auf deinem Smartphone zu testen. Im Spark AR Studio findest du dazu auf der linken Seite das Device Symbol und klickst anschließend auf Sent to App. Du erhälst den Testlink direkt von der App zugeschickt und kannst, sofern er dir gefällt, ein Vorschau Video erstellen – das benötigen wir später im Upload Prozess noch.

Schrittweise Anleitung im Spark AR Hub

Benötigte Zeit: 20 Minuten.

Nachdem wir nun einen tollen Umgebungsfilter für deinen Instagram Account erstellt haben, müssen wir ihn noch hochladen. Geht dazu folgendermaßen vor:

  1. Facebook Login verwenden

    Logge dich mit deinem Facebook Account im Spark AR Hub. Dies ist der Link: https://www.facebook.com/sparkarhub/

  2. Den Effekt im Spark AR Hub hochladen

    Klicke unter dem Menüpunkt „Manage Effects“ auf Effekt hochladen

  3. Auf welcher Plattform möchtest du deinen Filter hochladen

    Klicke auf Zielort auswählen, um festzulegen wo dein Filter hochgeladen werden soll. Zur Auswahl stehen Facebook, Facebook Werbeanzeigen oder Instagram. Wählt letzteres.

  4. Namen für Filter vergeben

    Gib im nächsten Schritt deinem Filter einen tollen Namen.

  5. Filter Symbol hochladen

    Als erstes musst du deinem Filter ein Symbol verpassen. Das Bild hierfür sollte quadratisch sein, die Maße von mind. 200×200 bis max. 700×700 betragen und im JPG oder PNG Format sein. Die maximale Dateigröße beträgt 1 MB.

  6. Effektdatei hochladen

    Die maximale max. Größe für den Effekt beträgt 40 MB. Um eine optimale Reichweite mit deinem Effekt zu erreichen, solltest du die Datei aber so klein wie nur möglich halten.

  7. Filter entdecken: Kategorie festlegen & Demovideo hochladen

    Hier kannst du die Kategorie auswählen, in der dein Effekt gefunden werden soll (z.B. Farbe & Licht oder Stimmung etc….) Außerdem benötigst du ein Demo-Video, um deinen Effekt auf Instagram präsentieren zu können. Wichtig: Das Video muss mit der Instagram Kamera aufgenommen worden sein, darf nicht bearbeitet werden und maximal 15 Sekunden lang sein. Die maximale Dateigröße beträgt 32 MB.

Die Überprüfung deines Effekts kann eine Weile dauern, nachdem du deinen Effekt eingereicht hast. Facebook gibt hierfür eine Dauer von max. 5 Werktagen an.

Meine aktuellen Filter

Und nun wünsche ich dir viel Spaß beim Erstellen deines eigenen Instagram Filters 😉